30. Aug. – 01. Sep. Kobermännchen-Fest Sangerhausen

Herzlich Willkommen
in Sangerhausen

Vom 30. August bis 01. September 2019 wird wieder in der gesamten Sangerhäuser Altstadt das Kobermännchen-Fest gefeiert. Seit 1997 ist das Kobermännchen Namensgeber des gleichnamigen Festes.

Neben vielen kulinarischen Highlights und Spielspaß für unsere kleinen Gäste wird es auf 2 großen Bühnen und mehreren Nebenbühnen ein abwechslungsreiches Programm geben. Auf der Bühne der Stadtwerke Sangerhausen (Marktbühne) wird das junggebliebene Publikum bereits Freitag abgeholt, während auf der Bühne der Kreissparkasse (Bühne Marienkirche) die Freunde gepflegter Live Musik im Vergangenen schwelgen können.

Das Wochenende soll jedem Musikgeschmack etwas bieten. Oberbürgermeister Sven Strauß wird am Samstag um 14.00 Uhr für alle Durstigen ein Fass Ur-Krostitzer Freibier ausschenken. Samstag wird ein musikalisches Feuerwerk über der Altstadt für viele Emotionen sorgen.

Seien Sie gespannt, was das neue Konzept Interessantes zu bieten hat.
Wir freuen uns mit der gesamten Kaufmannschaft der Stadt auf Ihren Besuch

-Top Acts-

Mister-Panik-&-Das-AtlanticOrchester Kobermännchenfest

Die Triebwerke sind gezündet – das Panik-Virus ergreift das ganze Land! Seit vielen Jahren ist der Frontmann „Mister Panik“ als Udo-Lindenberg-Double…

Bühne: Bühne Sparkasse Mansfeld-Südharz an der Marienkirche
Termin: Freitag, 30. August
Uhrzeit: 21:00 – 00:00

HELP!-A-Beatles-Tribute Kobermännchenfest

HELP! Die Beatles Cover Band mit den original getreuesten Interpretationen von Beatles Songs, die es in der heutigen Musiklandschaft zu hören und zu bestaunen gibt. HELP! spielen mit …

Bühne: Bühne Stadtwerke am Markt
Termin: Sonntag, 01. September
Uhrzeit:16:30 – 18:30

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OST+FRONT sind zurück… und voll auf „Adrenalin“! Das neue Album der Berliner erscheint als CD, Deluxe-2CD, limitiertes Doppel-Vinyl und als limitierte Fan-Box mit … 

Bühne: Bühne Stadtwerke am Markt
Termin: Samstag, 31. August
Uhrzeit: 23:00 – 01:00

Das Kobermännchen aus Sangerhausen

Das Kobermännchen im neuen Schloss – Amtsgericht – in Sangerhausen

Südlich gegenüber dem Rathaus am neuen Markt in Sangerhausen befindet sich die stattliche dreigeschossige Spätrenaissanceanlage des Neuen Schlosses. Der Kurfürstlich-Sächsische Rent-meister Caspar Tryller, ehemaliger Amtsschösser in Sangerhausen, ließ die Gebäude im Auftrag des Dresdener Hofes errichten. Fünf Bürgerhäuser mussten weichen, als der Ostflügel von 1616 bis 1622 gebaut wurde. Der westliche Flügel stammt von 1586, er blieb erhalten und wurde in die Schlossanlage einbezogen.

Als weiteres städtebaulich markantes Bauteil ist der an der südöstlichen Gebäudefront gelegene zweigeschossige Renaissanceerker zu nennen. Dieser war 1974 abgetragen worden. Nach seiner Rekonstruktion konnte er am 30. April 2010 wieder eingeweiht werden.

Heute befinden sich in den Gebäuden das Sangerhäuser Amtsgericht und das Grundbuchamt.

 

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Ein besonderes bauplastisches Ausstattungsdetail im Westflügel stellt die Figur des „Kober-männchens“ dar. Ihr galt in der Sangerhäuser Öffentlichkeit immer eine besondere Aufmerk-samkeit. Umso betrüblicher war es, dass die 1,12 m hohe Sandsteinfigur in den 1980er Jahren mehrfach mit dunkelroter Alkydharzölfarbe überstrichen wurde. Die Plastik befand sich auf einem Zwischenpodest als Konsolträgerfigur im Mauerverband der Ostwand zur Toreinfahrt.

Die männliche Figur zeigt die typische Kleidung des 16. Jahrhunderts mit gerafftem Wams und Halskrause. Bedeutsam für die Signifikanz und Namensgebung ist der Umstand, dass es sich um einen Korbträger („Kober“) handelt. Am linken Arm trägt das Männchen diesen Kober, in dem er das Geld für den Bau des Schlosses herbeigeschafft haben soll, wohl als Hinweis auf die Einnah-men aus dem Bergbau.

Die Figur ist eines der Wahrzeichen der Stadt Sangerhausen und seit 1997 auch Namensgeber für das alljährlich am ersten Septemberwochenende in Sangerhausen stattfindende Altstadtfest, das „Kobermännchenfest“.

 

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In einer Überlieferung steht, dass die Figur einen Bergmann darstellt und darauf hinweisen soll, dass das Schloss aus den Einkünften der thüringischen Bergwerke errichtet worden sei und ein Bergmann das nötige Geld herbeigetragen habe. Einer anderen Überlieferung zufolge brachte der Teufel in Gestalt eines Bauern das Geld in einem Kober dem Amtsschösser Caspar Tryller. Tryller soll dann zur Erinnerung daran ein steinernes Bild dieses Bauern in kleinerem Maßstab mit umge-hängtem Kober angebracht haben lassen.

Die Sage erzählt dann weiter: „Einmal kam ein Bauer aus der goldenen Aue zum ersten Male zum Steueramte und musste an dem Kobermännchen vorübergehen. Dabei zupfte er es an einem Ohre und sprach höhnisch: „Ei, ei, wo will der Kober mit dem Männchen hin? Der ist ja größer als Du.“ Da wurde plötzlich die kleine Gestalt zum Erstaunen des verblüfften Landmanns groß und größer, und ehe er einen Schritt zur Flucht tun konnte, erhielt er von der steinernen Hand des Riesen eine so gewaltige Ohrfeige, dass er zur Erde sank und zeitlebens das blaue Mal des Schlages behielt. Seit dieser Zeit bleibt das graue Männchen ungehänselt, und nicht ohne Bangen gehen die Kinder am äußersten Rande der Aufgangstreppe an ihm vorüber.“

Um den Hals des Kobermännchens legt sich eine Halskrause mit Falten, um den langen Kittel ein Gürtel. Diese Tracht entspricht weder der eines Bergmanns, noch der eines Bauern.
Durch die Initiative des Vereins für Geschichte von Sangerhausen und Umgebung e.V. konnte die Steinfigur des Kobermännchens nach erfolgter Restaurierung im November 2013 an einem neuen Standort in der Türnische des Treppenhauses vor dem Goldenen Saal aufgestellt werden.
Dank zahlreicher Spender wurde damit ermöglicht, dass ein wichtiger Bestandteil der Sangerhäu-ser Stadtgeschichte vor dem Verfall gerettet werden konnte.

Text: Helmut Loth, 2019

Quellen:
1. Geschichte der Stadt Sangerhausen, Friedrich Schmidt. Erster Teil, 1906, S 550 ff.
2. Mitteilg. d. Ver. f. Gesch. u. Naturwissensch. in Sangerhausen u. Umgegend, Zweites Heft, 1917,
S. 166-169

Fotos: Verein f. Geschichte v. Sangerhausen u. Umgebung e.V.
Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Halle
Dina Berger-Schmidt

Quelle:MDR JUMP

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