Presseartikel-19.02.19-Kobermänchenfest-Sven-Heck_vk

Noch ist der Vertrag nicht ganz in trockenen Tüchern, aber die in Hamburg ansässige Eventagentur von Sven-Bolko Heck wird in diesem Jahr das Sangerhäuser Kobermännchenfest ausrichten. So haben es die Mitglieder des Gewerbevereins mehrheitlich entschieden. MZ-Reporter Frank Schedwill sprach mit dem 62-Jährigen über das, was er an dem Wochenende vom 30. August bis 1. September in der Berg- und Rosenstadt plant.

Herr Heck, was werden Sie anders machen als Ihr Vorgänger?

Sven-Bolko Heck: Das Kobermännchen- oder Altstadtfest ist das kulturelle Ereignis der Stadt Sangerhausen, dem entsprechend wollen wir es gestalten. Wir halten an Altbewährtem fest, werden aber im Ablauf einiges ändern. So wird es wieder die Bühne auf dem Markt und der Marienkirche geben, nur dass beide Bühnen gleichwertig bespielt werden. Das heißt, wenn zum Beispiel wie geplant der Radiosender MDR-Jump am Freitag auf dem Markt die jüngere Zielgruppe anspricht, wird an der Marienkirche für das ältere Publikum Live-Musik geboten. Die Bühne an der Marienkirche wird nach Absprache mit dem Oberbürgermeister und dem Vorstand des Gewerbevereines Freitag und Samstag bis 0 Uhr bespielt. Damit findet eine Anbindung der gesamten Innenstadt in das Festgeschehen statt. Des Weiteren sind zwei bis drei Kleinkunstbühnen geplant. Das Tagesprogramm Samstag und Sonntag wird mit Blas- und Schalmeien-Orchestern flankiert, die durch die Straßen ziehen. Mit unserer Herangehensweise hoffen wir, alle bespielbaren Flächen einzubeziehen. So wird es auch einen Park mit Schaustellergeschäften in der Dr.-Wilhelm-Külz-Straße geben.

Wie sieht es mit dem Umfeld des Bahnhofs und der „Straße der Vereine“ aus?

Wenn es nach unseren Vorstellungen geht, wollen wir am Bahnhof mit Attraktionen, wie der „Blauen Meile“ oder einem Flohmarkt beginnen und die „Straße der Vereine“ in der Bahnhofstraße fortsetzen. Bei der „Blauen Meile“ werden sich das Technische Hilfswerk, die Feuerwehren oder der Rettungsdienst vorstellen. Den Vereinen wird auch wieder eine Bühne als Plattform bereitgestellt, die jedoch von professionellen Akteuren flankiert wird. Ab 18 Uhr stehen dann die Profi-Musiker auf der Bühne, was nicht heißt, dass man den einen oder anderen jungen Musiker nicht auch einbauen kann. In der Kylischen Straße planen wir Samstag und Sonntag eine große Autoshow mit Bühne. Wir haben mit der Ur-Krostitzer-Brauerei einen Partner gefunden, der durch einen einheitlichen, qualitativ hochwertigen Auftritt das Fest aufwertet. Wir wollen das Image von Partnern mit überregionaler Bedeutung für das Fest nutzen. Das Kobermännchenfest soll langfristig eine überregionale Bedeutung erlangen und auch viele Gäste von außerhalb anziehen. Das braucht seine Zeit, wird sich aber im Umsatzgeschehen der Innenstadthändler niederschlagen.

Was wird es generell für Höhepunkte beim Kobermännchenfest geben?

Wir stehen bei unserer Planung ganz am Anfang. Wie gesagt, es sind MDR-Jump und seine 90er-Jahre-Party, Europas beste Beatles-Tribute-Band „Help“ aus Slowenien und eventuell ein Feuerwerk der Extraklasse an Highlights vorgesehen. An manchem Außergewöhnlichen sind wir außerdem noch dran, das bedarf aber weiterer Unterstützung von Sponsoren. Lassen Sie uns diese Frage noch ein wenig nach hinten stellen und zu einem späteren Zeitpunkt erläutern.

Im Vorfeld gab es Befürchtungen, die Sangerhäuser Gewerbetreibenden würden nicht mehr so stark wie bisher am Kobermännchenfest beteiligt, wenn Sie der Organisator sind. Was sagen Sie dazu?

Blödsinn, wer hat da vor wem Angst? Wir haben bereits im Vorfeld unsere Bewerbung zum Kobermännchenfest mit vielen Gewerbetreibenden zusammengesessen und Gedanken ausgetauscht. Daran halten wir fest, da bereits im Vorfeld eine Aufbruchstimmung zu spüren war. Klar ist, dass wir die Händler in der Bahnhofstraße, der Göpenstraße, der Kylischen Straße und rum um den Markt alle einbeziehen wollen. Hier ist die Initiative der Händler gefordert. Bei uns gilt „geht nicht, gibt es nicht“. Uns kann man fast immer erreichen. Wir haben mit dem Gewerbeverein vereinbart, dass sich alle Gewerbetreibenden in den genannten Straßen durch einen geringen Beitrag am Fest beteiligen. Die Händler, die aktiv am Fest mitwirken, zahlen pro Tag zehn Euro für den laufenden Meter Schaufensterfläche. Bei allen anderen ist es uns gestattet, Stände mit Händler von außerhalb vor die Schaufenster zu stellen. Wir wollen damit größere Lücken vermeiden und ein stimmiges Bild erzeugen. Auch bei der Gastronomie ist die Initiative des Einzelnen gefordert. Wir werden die Gespräche suchen und nach Lösungen schauen, nur so leben die Stadt und ihr Fest. Nur so spürt der Besucher einen positiven Hauch. Im Übrigen haben wir noch kein Geld eingenommen, aber bereits die ersten Aufträge in der Region vergeben. So wird die New-Face-Werbeagentur aus Sangerhausen die gesamte Werbung gestalten, die Internetpräsentation und die Drucksachen herstellen.

Im Gespräch sind Eintrittsgebühren, die die Festbesucher künftig zahlen sollen. Warum ist das nötig und wie hoch werden sie ausfallen?

Da sind wir noch ganz am Anfang. Wir wollen erst das Programm, dann die Sponsoreneinnahmen und Händlereinnahmen absehen, um dann Preise zu offerieren. Wir haben eine Gesamtkalkulation, an der wir uns orientieren. Eines ist klar, es wird jeweils Tagestickets für Freitag und Samstag geben. Diese berechtigen zum Eintritt auf dem Markt und der Bühne Marienkirche. Alle anderen Bühnen und Bereiche sind Eintritt frei. Wir werden einen preiswerten Eintritt für all diejenigen vorhalten, die das Fest vor 17 Uhr besuchen. Um ein Beispiel aus Nordhausen vom dortigen Altstadtfest zu nennen: Wer vor 17 Uhr in die Bühnenbereiche kommt , zahlt fünf Euro für den gesamten Tag, wer nach 17 Uhr an den Kassen steht, zahlt 10 Euro. Wir wollen, dass die Händler die Besucher vor 19 Uhr sehen.

Vom Gewerbeverein hieß es, Sie bekämen erstmal einen Ein-Jahres-Vertrag. Wollen Sie Ihr Engagement in Sangerhausen auch darüber hinaus fortsetzen?

Wie ich bereits sagte, bedarf der geplante Umschwung zu größerer Überregionalität Zeit. Wir haben uns mit dem Gewerbeverein auf einen Fünf-Jahres-Vertrag geeinigt, das heißt aber nicht, dass wir uns verheiraten für fünf Jahre. Wenn einer der Partner dieses „Versprechen“ auflösen will, so kann er es jeweils bis zu einem Tag X tun. Wir wollen durch Leistung überzeugen und nicht durch arglistige Verträge. Gerade in unserem Bereich der Events muss eine hohe Motivation zu Bestleistung führen, sonst verliert das Ganze an Charme. Und noch eins: Wir würden uns sehr freuen, wenn viele Akteure den Kontakt zu uns suchen.

Das Medienhaus Heck ist erreichbar unter Telefon 040/89725556 oder per mail: heck@medienhaus-heck.de

(mz)

Original-Artikel: https://www.mz-web.de/sangerhausen/sangerhaeuser-kobermaennchenfest-organisator-will-mehr-gaeste-von-ausserhalb-anlocken-32067390

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